Zukunft der evangelischen Kindertageseinrichtung „Kleine Arche“ in Richen
Pressemitteilung der CDU Groß-Umstadt vom 19.01.2026
Zukunft der evangelischen Kindertageseinrichtung „Kleine Arche“ in Richen:
Verlässliche Lösungen verantwortungsbewusst gestalten
Die CDU-Fraktion nimmt die aktuelle Situation rund um die evangelische Kindertageseinrichtung Kleine Arche in Richen sehr ernst. Im Mittelpunkt stehen für uns die Bedürfnisse der Kinder, die berechtigten Interessen der Eltern sowie die Perspektiven der Mitarbeitenden. Ziel ist es, gemeinsam mit der Stadtverwaltung, der evangelischen Kirche und allen weiteren Beteiligten tragfähige und verlässliche Lösungen für die kommenden Jahre zu entwickeln.
Seit mehreren Jahren sind bauliche Defizite am Gebäude bekannt, unter anderem im Bereich Brandschutz, Statik und Trinkwasserhygiene. Diese wurden von der evangelischen Kirche als Trägerin auch gegenüber der Stadt transparent benannt. Gleichzeitig ist klar, dass die Kirche allein nicht über die finanziellen Mittel für eine umfassende Sanierung des Gebäudes verfügt. Die nun öffentlich gewordenen, in der Politik jedoch grundsätzlich längst bekannten baulichen Defizite bestätigen, dass es sich nicht um eine kurzfristige Entwicklung handelt, sondern um ein seit Jahren bekanntes strukturelles Problem.
Vor diesem Hintergrund hat die evangelische Kirche den bestehenden Betriebsvertrag zum 31.12.2026 gekündigt, mit dem Ziel, gemeinsam sachgerechte Lösungen zu erarbeiten. Entscheidend ist dabei: Es verbleibt ein ausreichender zeitlicher Rahmen, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Und: Die Kirche hat zugleich signalisiert, dass sie weiterhin an einer Trägerschaft interessiert ist. Die Kündigung des Betriebsvertrags bedeutet demnach keine Absage an Kinderbetreuung oder Standort, sondern sollte als eine sachlich-rechtliche Konsequenz angesichts der baulichen Situation gesehen werden.
Damit gerät der zuletzt diskutierte Neubau einer fünfgruppigen Kindertagesstätte in der St.-Péray-Straße wieder in den Blick. Den haben jedoch die städtischen Gremien im Vorjahr nach sorgfältiger Prüfung verworfen. Grundlage hierfür waren unter anderem die Bevölkerungs- und Bedarfsprognosen der E-kom bzw. des Landkreises, die für die kommenden Jahre definitiv von rückläufigen Kinderzahlen ausgehen. In allen betrachteten Szenarien zeigt sich, dass zusätzliche dauerhafte Betreuungskapazitäten perspektivisch nicht erforderlich sein werden.
Diese Einschätzung wurde, mit Blick auf die angespannte finanzielle Situation der Stadt, langfristige Betriebskosten, Personalbindung und notwendige Flexibilität, fraktionsübergreifend geteilt und von den Stadtverordneten einstimmig beschlossen. Es sollte nun keiner der Verantwortlichen versuchen, sich von dieser – weiterhin richtigen – Entscheidung plötzlich zu distanzieren. Denn politische Verantwortung bedeutet in diesem Zusammenhang auch, solche im Moment vielleicht unbequemen, langfristig aber richtigen Entscheidungen abgewogen zu treffen, wenn gesicherte Prognosen klar gegen derart kostenintensive Neubauprojekte sprechen.
Für die CDU-Fraktion steht fest: Jetzt geht es nicht darum, rückblickend zu bewerten, wer wann was kommuniziert oder nicht kommuniziert haben könnte. Ein solcher Blick nach hinten hilft weder den betroffenen Eltern noch den Mitarbeitenden. In einer Situation, die Kinder, Eltern und Beschäftigte verunsichert, helfen Alarmismus, Besserwisserei und Schuldzuweisungen nicht weiter. Entscheidend sind jetzt belastbare und umsetzbare Lösungen.
Aus Sicht der CDU-Fraktion kommen mehrere Lösungswege in Betracht, die vonseiten der Stadtverwaltung bereits geprüft werden:
1. Sanierung des bestehenden Gebäudes, um den Betrieb für die kommenden Jahre sicherzustellen. Voraussetzung hierfür ist eine fundierte Ermittlung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen sowie der damit verbundenen Kosten.
2. Unterbringung der Kinder in anderen Betreuungseinrichtungen, einschließlich der Kindertagespflege. Bereits 2025 haben Tagespflegeeltern darauf hingewiesen, dass ihre Auslastung rückläufig ist. Dieses Potenzial muss in die weiteren Überlegungen einbezogen werden.
3. Eine zeitlich klar begrenzte Containerlösung, falls kurzfristig keine andere geeignete Unterbringung zur Verfügung steht.
Unser Ziel als CDU-Fraktion ist es, gemeinsam mit der Stadtverwaltung, der evangelischen Kirche und allen weiteren Beteiligten konstruktiv an Lösungen zu arbeiten. Für uns steht außer Frage, dass der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz jederzeit erfüllt werden muss. Gleichzeitig ist uns die Perspektive der Mitarbeitenden besonders wichtig, denn wir wollen qualifiziertes pädagogisches Personal in der Stadt halten. Wir müssen gemeinsam einen verlässlichen Übergang schaffen – unabhängig davon, welche bauliche Lösung letztlich umgesetzt wird. Darum werden wir den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und uns dafür einsetzen, dass Eltern, Mitarbeitende und Öffentlichkeit transparent und frühzeitig informiert werden.
Die CDU-Fraktion steht für eine kluge, vorausschauende und verantwortungsbewusste Kita-Planung, die sich an realen Bedarfen, finanzieller Tragfähigkeit und dem Wohl der Kinder wie der Beschäftigten orientiert – nicht an kurzfristigen politischen Schlagzeilen.
Ihre CDU Groß-Umstadt